Pressestimmen

Die angeführten Artikel sind wortgetreue Abschriften aus den entsprechenden Medien.

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Salzburger Nachrichten
Datum der Veröffentlichung: 15.10.2010

Schuss in den Allerwertesten

Quietschfidler Oberpinzgauer nervt Nachbar mit seinem Ziehharmonikaspiel

Hier ein vom Arbeitsstress geplagter, offenbar oft vergeblich nach Ruhe suchende Elektriker; dort ein quietschfideler Nachbar, der leidenschaftlich gern und offenbar oft auf seiner Ziehharmonika „werkt“:

Dieser seit langem schwelende Interessenskonflikt gipfelte in einem Oberpinzgauer Ort an einem Maientag dieses Jahres in einem – zum Glück nicht allzu folgenschweren – „Schussattentat“: Der lärmgeplagte 33-Jährige schnappte sich kurzerhand sein Luftdruckgewehr und schoss dem 19-jährigen „Zuginspieler“ aus gut 20 Metern Entfernung aufs Hinterteil. Folge für den Musikus: ein Hämatom am Gesäß. Folge für den Schützen: ein Prozess am Landesgericht Salzburg wegen Nötigung und (leichter) Körperverletzung.

Am Donnerstag vor Richter Michael Fischer bezeichnete sich der Elektriker auch „voll schuldig“. Seine ,Schusseinlage’, so die angesichts seines Berufs nicht unlustige Rechtfertigung des Elektrikers, sei eine „Kurzschlussreaktion“ gewesen: „Leider sind die Nachbarn seit Jahren laut und der Typ spielt dauernd auf der Zugin. An dem Tag natürlich auch und immer das gleiche Lied.“ Vergeblich auf der Wohnzimmercouch nach Ruhe suchend, „hat’s mir dann g’reicht. I bin raus, hab’ mein Luftdruckg’wehr g’nommen und rüberg’schossen. Und i hab’ dort hin troff’n, wo i auch hinzielt hab.“

Der Richter erledigte die Causa mit einer diversionellen Maßnahme: Zahlt der Schütze binnen zwei Wochen 2500 Euro Geldbuße sowie weitere 900 Euro Schmerzensgeld an den „Zuginspieler“, dann wird das Strafverfahren eingestellt und dem Elektriker bleibt eine Vorstrafe erspart.

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HVÖ Homepage
Datum der Veröffentlichung: Mai 2009

A tribute to Fritzi

30 Jahre Wiener Neustädter ZiehHarmoniker

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Unter diesem klaren und griffigen Motto stand der Abend des 18. April 2009 im Stadttheater Wiener Neustadt und es wurde gegenüber der Adressatin auch "gnadenlos durchgezogen".

Das Programm war mit wenigen Ausnahmen vom für die Ziehharmoniker schon typischen g r o o o o o v i g e n Bigband-Sound beherrscht, das begeisterte Publikum im vollen Stadttheater zollte dem Orchester und vor allem der engagierten Fritzi Steiner überschwänglich Beifall.

Nach dem eingangs gespielten Kaiserwalzer gab es als erste Reminiszenz ein Fritzi-Solo beim Valse Suzette, während auf der großen Leinwand genau dieses Stück aus früheren Tagen synchron gebracht wurde. Seltsamerweise schaute man da in lauter recht junge Gesichter. Dann folgten Blue Tango und Art Tango und das Elton John Medley in adäquater Form. Viele Ehemalige vereinten sich vor der Pause noch mit dem bestehenden Klangkörper zu Late Night und Water Melon Man. Beim gemeinsamen Musizieren wurden sicher nicht nur beim Zuhörer auch Reminiszenzen an noch vor den 30 Jahren liegende Zeiten wach, die ebenso ihre Meriten hatten.

Im zweiten Teil hörte man alles, was in diesem Sound gut und teuer ist - von Peter Gunn über Caravan, Girl of Ipanema und Bohemian Rhapsody bis hin zu Best of Abba und Music -, die unausbleiblichen Draufgaben gar nicht mitgezählt.

Der ganze Abend war "untermalt" von PowerPoint-Präsentationen und Videos, die immer wieder zur Überraschung aller und ebenso unvorbereitet auf die der Leinwand zugewandten Dirigentin während der Stücke "losgelassen" wurden, was sie aber größtenteils souverän wegsteckte. Ganz zu schweigen, dass sich Fritzi plötzlich ihrem eigenen Gesicht in vielfacher Form gegenüber sah. Verantwortlich für Idee und Ausführung der Inszenierung war Bernhard Dinhopl, der auch als Keyboarder wesentlich zum groovigen Sound der Wiener Neustädter beiträgt.

Ein solch wichtiger Anlass geht natürlich nicht ab ohne festliche Ansprachen und ehrende, anerkennende und äußerst freundliche Worte - z.B. der Kultur-Stadträtin Frau Mag. Isabella Siedl und des Bürgermeisters Bernhard Müller. Fritzi scheint in WN ohne Zweifel eine Institution zu sein, an der man nicht mehr vorbeikommt.

Der Vorstand des Harmonikaverbandes Österreichs hatte sich diesen Abend ausgesucht, um Friederike Steiner die wohl mehr als verdiente Silberne Ehrennadel des HVÖ durch den neugewählten Präsidenten Werner Weibert überreichen zu lassen. Ohne die (gar nicht so) im Hintergrund fleißige Biene und ihren adäquaten Partner Peter Strauch wären etliche der Ziele des HVÖ noch lange nicht erreicht.

Durch den Abend führte in souveräner und witziger Art ein alter Freund und Bekannter, Helmut Muchwitsch aus der Steiermark, selbst ein erfolgreicher Akkordeonist.

Alles in allem ein äußerst erfreulicher und fröhlicher Event, dem 30jährigen Ereignis und seiner Auslöserin absolut angepasst! Der HVÖ wünscht noch viele solche Jubiläen.

Werner Weibert